Katholische Kirche Zum Heiligen Kreuz und Pfarrhaus

Nach seinem Aufstieg vom bäuerlich geprägten Heidedorf zu einem durch die Glasindustrie geprägten Industriestandort Ende des 19. Jahrhunderts erlebte Weißwasser einen sozialen Wandel, durch den innerhalb von wenigen Jahren die Bevölkerung stark anwuchs. Da mit den zugewanderten Glasarbeitern viele Katholiken u.a. aus Oberschlesien und dem Ruhrgebiet nach Weißwasser kamen, wurde auf Initiative des damaligen Muskauers Pfarrers ein Kirchenbau in Weißwasser angeregt. 

Nach der Grundsteinlegung am 25.08.1901 wurde die katholische Kirche gebaut und am 20.10.1902 geweiht. Wie das Pfarrhaus wurde sie in Klinkermauerwerk mit neugotischen Formen errichtet. Material und Stil sind typisch für die Bauaufgabe in dieser Zeit und stehen heute unter Denkmalschutz. Zuvor wurde seit 1885 die heilige Messe in den katholischen Schulgebäuden abgehalten. 1906 konnte der Bau des Pfarrhauses ausgeführt werden. 1907 erhielt die Kirche die zwei schönen Glasgemäldefenster (Kreuzigung und Auferstehung) im Altarraum. Anschließend wurde 1919 der neue Kreuzweg und 1922 der neue Hochaltar geweiht.

1945 begann das Werk des Wiederaufbaus der teilweise zerstörten Kirche und des Pfarrhauses. Altargeräte, der Baldachin und sogar die Mutter Gottes vom Marienaltar gehörten zu den verschollenen Dingen. Die Pfeilerheiligen waren
zerbrochen. Die farbigen Glasfenster konnten wiederhergestellt werden. Am 22.06.1945 läuteten zum ersten Male wieder alle Glocken. Am 15.08.1952 konnte die 1945 verlorengegangene Marienstatue wieder ihren Platz in der Kirche einnehmen. Sie war im evangelischen Pfarrhaus in Uhyst gefunden worden.

1953 erfolgten die Reparatur des Turmhelmes und die Reparatur der Eindeckung des Kirchendaches. 1954/55 fand die Renovierung der Kirche statt. 1957 erhält die Kirche zwei neue geschlossene Beichtstühle. Weiter wird ein Wirtschaftsgebäude gebaut und der Pfarrsaal renoviert. Zu Weihnachten wurde die Kirche mit der neuen Heizung erstmals erfolgreich beheizt. 1963 wurden der Kohlenbunker und die Kirchendachrinnen erneuert und bis 1964 am Schwesternhaus ein Anbau zur Erweiterung des Kindergartens errichtet. Zum 31. Dezember 1974 wurde die Schwesternstation nach 50 Jahren aufgelöst. 

1970 wurde eine neue Heizung errichtet und 1975 der Kirchturm mit Kupferblech neu eingedeckt. Zu Ostern 1976 waren die restlichen Arbeiten am Turm mit dem Einsetzen der erneuerten Zifferblätter der Turmuhr beendet. Dank vieler freiwilliger Helfer konnten die Malerarbeiten bis zur 75-Jahr-Feier innen und außen rechtzeitig abgeschlossen und der neue Altar konsekriert werden. 1978 wurde die Orgel renoviert.  

1994 deckten Dachdecker die Wetterseite neu ein. Um die Anschaffung einer neuen Orgel finanzieren zu können, wurden 1996 Orgelpfeifen der alten Orgel verkauft und eine elektronische Orgel gekauft. Die Bleiverglasung der Kirchenfenster wurde erneuert und eine zusätzliche Außenverglasung angebracht. Die gesamte elektrische Anlage der Kirche wurde erneuert, die Turmuhr mit einer Funksteuerung und die Glocken mit einem elektrischen Läutwerk versehen und die Schallfenster des Turmes erneuert. 1998 wurde der gesamte Innenraum der Kirche renoviert. Im Chorraum wurden zwei neue Fenster eingebaut: Das linke Fenster ist das Original, das rechte eine Kopie des Originalfensters. Der Pfarrhof wurde gepflastert. 

An der Kirche wurden 2000 umfangreiche Sanierungsarbeiten am Kirchturm durchgeführt. Baulich wurden 2001 die Reparatur- und Renovierungsarbeiten abgeschlossen. Als Abschlussarbeit wurden die Beleuchtungskörper in der gesamten Kirche erneuert. 2007 erfolgte der Abriss des alten baufälligen Pfarrheims, um dem Neubau Platz zu machen. 2008 im September ist der Pfarrheimneubau fertig und das neue Pfarrheim kann für das Gemeindefest erstmals genutzt werden. 

Quelle: Sinngemäß und auszugsweise aus “Die Pfarrchronik in Kurzform” der Katholischen Gemeinde

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